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Geschichte der Friedrich-Wilhelm-Viktoria Sankt- Hubertus-Schützenbruderschaft.


1858 ist Alsdorf erst seit 43 Jahren preußisch, nachdem es vorher Jahrhundertelang die Geschichte Limburgs, bzw. der südlichen Niederlande miterlebt hatte. Alsdorf ist noch beschränkt auf die Ortsteile Alsdorf und Zopp, alles andere ist noch nicht eingemeindet oder noch gar nicht entstanden. Der Ort hat immer noch wenig mehr als 1.000 Einwohner, obwohl er nun zu wachsen beginnt vom kleinen Bauerndorf zum Industrieort. Seit wenigen Jahren war nämlich der Bergbau in Alsdorf tätig geworden. Er war heraufgestiegen aus der Wurm- und Indemulde, wo er seit Jahrhunderten umging auf dem dazwischen liegenden Höhenrücken. 1846 hatten Bohrversuche begonnen, die viel versprechende Ergebnisse zeitigten. 1848 war die Konzession erteilt worden, 1850 begann das Abteufen der ersten Schächte unter der Leitung von Wilhelm Sassenberg, der später Mitglied des Schützenvereins wurde. Im Jahre 1854 konnte dann endlich die erste Kohle gefördert werden.

An der Spitze der Gemeinde stand als Bürgermeister Theodor von Blanckart, wenn man so will der Repräsentant der alten feudalen Ordnung, die mit der Französischen Revolution untergegangen war. Aber er hat seine Sache offenbar gut gemacht, denn er war über 30 Jahre (1855-1887) Alsdorfs Bürgermeister. Dies galt für seine Vorgesetzten im Kreis, im Regierungsbezirk (Aachen) und in der Rheinprovinz (Koblenz). Gemeinderat und Bürger waren in der Anfangszeit nicht sehr glücklich mit ihm. Die zweite Hälfte seiner Amtszeit zeitigt dann ein besseres Verhältnis. Jedenfalls wandelte Alsdorf sich unter seiner Leitung vom Bauerndorf zum Industrieort.

In der Gemeinde kam ein gewisser Wohlstand durch die neue Verdienstquelle, die der Bergbau eröffnete. Wichtig war, dass dort mit Bargeld bezahlt wurde. So konnte auch in Alsdorf ein normales modernes Wirtschaftsleben entstehen, das ja ohne Bargeldumlauf nicht denkbar ist. Der Bergbau löste also in Alsdorf – negativ wie positiv – eine neue Zeit aus. Die Bevölkerungszahl stieg, und die Einkommen stiegen. Damit war der Boden bereitet zu mehreren Vereinsgründungen. Wie wichtig für die Entstehung der Schützengesellschaft der Bergbau war, geht vor allem daraus hervor, dass in den alten Protokollen, die aus der Gründungs- und Frühzeit weitgehend erhalten sind, immer wieder der Hinweis „ Grube Anna „ auftaucht. Es wird nämlich auf jeder frühen Sitzung über die Neuaufnahme von Mitgliedern verhandelt und abgestimmt; bei den Berufsbezeichnungen heißt es dann nach dem Namen des Kandidaten in der Mehrzahl der Fälle „ Grube Anna“ oder  Steiger, „ Grube Anna“ oder Schmied Grube Anna usw.

Gegründet wurden die Schützen im Jahr 1858 als weltlicher Zusammenschluss, als Gesellschaft, wie sie sich auf dem Deckblatt ihres ältesten Protokollbuches selbst nennen. Zumindest für diesen Zeitpunkt ist also die Bezeichnung „ Bruderschaft „ die Ewald für 1932/33 verwendet, nicht gerechtfertigt. Mit einem Versammlungsprotokoll vom 24. Mai 1858 beginnen die Aufzeichnungen. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Gesellschaft aber offenkundig bereits, da über Neuaufnahmen verhandelt wird. Möglicherweise ist also der Verein sogar etwas früher als 1858 gegründet. Es ist aber richtig, so viel zu verfahren, dass das Datum der ältesten schriftlichen Erwähnung als Gründungsdatum angenommen wird.

Zu diesem Zeitpunkt hat der Freiherr von Blanckart noch das Sagen in Alsdorf Er ist der Bürgermeister der Gemeinde und Rittmeister der preußischen Garde. In dieser Eigenschaft hat er zweifellos das Gesuch um Übernahme des Protektorates über die neue Schützengesellschaft an König Friedrich Wilhelm IV. lanciert.


In einem freundlichen aber bestimmten Brief lehnt der König ab. Er hat 1858 andere Sorgen und Probleme.


Der Text lautet:

„ Ich bedauere, auf das Gesuch um Übernahme des Protektorats über den Schützen-Verein nicht eingehen zu können, da ich bei Gelegenheit Meiner Vermählung nur ausnahmsweise ähnliche Gesuche berücksichtigt habe; dagegen will ich gestatten, dass der Verein die Benennung „ Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Schützen-Verein“ führe,-

Schloß Babelsberg,den 14 ten Juni 1858

 

Friedrich Wilhelm

An den Vorstand des Schützen-Vereins zu Alsdorf




Der König tröstet also sozusagen die Alsdorfer Schützen über die Ablehnung des Protektorates mit der Erlaubnis, seinen Namen zu verwenden. Die Bezeichnung „ Victoria „ ist aber nicht, wie früher behauptet, der Name seiner Gattin, sondern eine allgemeine Benennung, vergleichbar den Namen von Fußballvereinen, wie Borussia, Alemannia oder eben auch Victoria. Wörtlich übersetzt heißt Viktoria – der Sieg – und sollte wohl so eine Art Programm für den neuen Verein sein). Die Gattin des Königs war Elisabeth von Bayern. Sein Neffe und zweiter Nachfolger, Friedrich III., der 1888 lediglich 99 Tage regierte, war allerdings mit einer Viktoria verheiratet. Dies war die älteste Tochter der britischen Königin Viktoria (1837-1901).

Die neue Gesellschaft nahm eine gute Entwicklung. Ihr Mitgliederstand bewegte sich meist um etwa 50 Personen. Schnell konnten die notwendigen Einrichtungen und Gerätschaften beschafft werden. Ein Schützenstand entstand auf der Heide zwischen B 57 und Kellersberg. Geschossen wurde mit schweren Büchsen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Gesellschaft verhältnismäßig jung ist, denn die ganz alten Vereine schießen meist mit der Armbrust.

Das Schützenfest wurde alljährlich zusammen mit der Bronkkirmes ebenfalls auf der Heide gefeiert. In dieser Zeit errang der Gastwirt Wilhelm Gerwe im Jahre 1874 zum ersten Mal die Würde eines Schützenkaisers bei der Gesellschaft. Die Veranstaltungen der Schützen war stets ein Ereignis im damals noch immer kleinen Alsdorf.